Das Diakonissenhaus
Es ist ein klassisches Industriellen- und Arbeiterviertel im Leipziger Westen: Altlindenau und Leutzsch entlang der Georg Schwarz-Straße. Speziell in Leutzsch gibt es aber auch herrschaftliche Industriellen-Villen. Zahlreiche Gebäude, insbesondere Wohnhäuser aus der Gründerzeit, sind als Kulturdenkmal eingetragen. Diesem Gebiet ist heute in unserer Luftbild-Serie ein „Blick von oben“ gewidmet.
Orientierungspunkt ist die Merseburger Straße in der unteren Hälfte des Fotos, die aus Plagwitz und Lindenau kommend zur gleichnamigen Landstraße führt. Darüber sind viele Wohnhäuser zu sehen, aber auch Gebäude wie die ehemalige Uhlandschule, die heute vom Robert-Schumann-Gymnasium als Außenstelle genutzt wird.
Am bekanntesten ist natürlich das Diakonissenkrankenhaus, das am 25. Oktober 1900 mit zunächst 76 chirurgischen und 24 internistischen Betten öffnete. Von Anfang an gab es eine Ambulanz, für die 1928 eigens ein Poliklinik-Gebäude errichtet wurde. Im Jahre 1997 ging die Ambulanz 1997 auf niedergelassene Ärzte über. Im Jahre 2000 erfolgte die Zusammenführung mit dem Krankenhaus Bethanien Leipzig, der ersten Belegklinik Sachsens. Als Akademisches Lehrkrankenhaus arbeitet das Diakonissenhaus, dessen Gebäude unter Denkmalschutz stehen, mit der Universität Leipzig zusammen. Am 17. Dezember 2004 wurde der Neubau eines Funktionsgebäudes eingeweiht. Es beherbergt vier Operations- und zwei Kreißsäle, die Zentralsterilisation, die Funktionsdiagnostik und die Endoskopie. Im Krankenhaus gibt es natürlich auch einen Andachtsraum. Weitere wichtige Gebäude in Leutzsch sind auch die St.-Laurentius-Kirche, das Rathaus Leutzsch, die Grundschule (nicht mehr im Bild).
Von kulturhistorischem Wert ist auch der Friedhof Lindenau an der Merseburger Straße. Dort ruhen unter anderen der Arzt Ferdinand Goetz, der 1863 das deutsche Turnfest in Leipzig leitete, auch der Maler Max Schwimmer und viele Diakonissen aus dem benachbarten Krankenhaus. Auch einen„Ruhegarten für Schmetterlingskinder“ gibt es als Ort für trauernde Eltern, Großeltern und andere Betroffene. Dort kommen früh verstorbene Kindern mit einem Geburtsgewicht von weniger als 500 Gramm unter die Erde. Mathias Orbeck @Die Bilder der Luftbild-Serie stehen auch unter www.lvz-online.de und können per Internet im Postkartenformat bis hin zum Poster bestellt werden.
